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Tiertransport-Flyer zum Download (PDF) >>


- Allgemeines
- Wie lange sind die Tiere unterwegs ?
- Wieviel Platz haben die Tiere auf einem Tiertransporter ?
- Werden die Tiere unterwegs genügend versorgt ?
- Gesetzliche Bestimmungen
- Gibt es denn keine Kontrollen ?
- Warum finden Lebend-Tiertransporte in dem hohen Ausmaß überhaupt statt ?
- ES IST ZEIT ZU HANDELN !





Allgemeines.


Rund 50 Milliarden Tiere werden Jahr für Jahr weltweit lebendig transportiert ! Eine unvorstellbare Zahl, stellt man die 6,6 Milliarden Menschen, die weltweit leben, gegenüber. Zwischen Abfahrts- und Bestimmungsland der Tiere liegen oft Zig-Tausende von Kilometern ! Und in Zeiten der rasch fortschreitenden Globalisierung nehmen die Entfernungen ständig zu. Die Tiere werden per LKW, Bahn, Schiff und sogar per Flugzeug befördert. Und dabei bestimmen furchtbare Missstände ihre Tagesordnung ...


3,6 Mio. Schafe, 3,2 Mio. Rinder und 10,3 Mio. Schweine pro Jahr werden durchschnittlich alleine in Österreich transportiert. Wenn man die dazu notwendigen LKW's aneinanderreihen würde, ergäbe das eine Länge von ca. 2000 Kilometer !  Um noch eine Zahl zu nennen: Allein in Deutschland werden jährlich rund 450 Mio. Tiere geschlachtet, die vorher mindestens einmal transportiert werden ...Aber warum werden Tiere eigentlich transportiert ? Dazu gibt es verschiedenste Gründe. Es werden sowohl Zucht-, Mast- oder Schlachttiere befördert, aber auch Tiere, die für Tierversuche bestimmt sind oder Zoo- und Zirkustiere. Betroffen sind

- Rinder

- Kälber

- Schweine

- Ferkel

- Esel

- Pferde

- Schafe

- Lämmer

- Hühner

- Kaninchen

- Puten

- Gänse

- Enten

- Ziegen

- Meerestiere

- Hunde

- Wildtiere u. Exoten

Bleiben wir aber bei den Nutztieren. Hier gibt es ein paar kuriose Punkte aufzuzeigen:
  1. Teilweise exportieren L änder 'Nutztiere' ins Ausland, obwohl sie den Selbstversorgungsgrad im eigenen Land nicht garantieren können. So hatte zB Deutschland bis vor kurzem einen "Unterversorgungsgrad" an Schweinen und exportierte trotzdem in andere Länder (doch im Jahr 2006 lag die Selbstversorgungsrate bereits bei 97%).

  2. Länder, wie zum Beispiel Dänemark oder Irland 'produzieren' viel zu viele Tiere und deshalb müssen sie diese ins Ausland transportieren. Im Jahre 2003 beispielsweise hatte Dänemark einen Fleisch-Selbstversorgungsgrad von 386%, Irland 286%,   Belgien u. Luxenburg 178% und Österreich 109%.

  3. EU-weit lag der durchschnitliche Selbstversorgungsgrad im Jahr 2006 bei 108%. Das heißt, es wurde 2006 um 8% zuviel an Fleisch 'produziert'. Und trotzdem freut sich die Fleischindustrie über weitere Umsatzzuwachs-Prognosen und stabile Preise für die nächsten Jahre ! Grund dafür: Tiere und Fleisch wurden und werden verstärkt in die neuen EU-Mitgliedsländer verkauft bzw. vermehrt in Drittländer exportiert. Die sogenannte "Nutztiere" werden also als "Ware", als "Sachen" angesehen und auch so behandelt. Doch wir sagen: Es ist an der Zeit, dem ganzen Wahnsinn einen Riegel vorzuschieben und dafür setzen wir uns ein ! Tiere sind Lebewesen, egal ob Rinder, Schweine, Schafe – um nur ein paar zu nennen. Sie sind keine Sachen und gehören deshalb aus dem freien Warenverkehr ausgenommen. Der Kapitalismus in seinem ganzen Ausmaß darf keinesfalls auf den Rücken der Tiere ausgetragen werden ! Oder sind Sie der Meinung, dass zB eine Kuh die gleiche "Ware" wie zB ein Stahlrohr ist ...?


    Wie lange sind die Tiere unterwegs ?
    Schaut mann/frau sich die Transportzeiten an, so ist es wahrscheinlich der günstigste Fall, wenn der Bauer selbst das Tier innerhalb von ein bis zwei Stunden zum nächsten Schlachthof transportiert. Doch meistens werden die Tiere zuerst zu Sammelstellen gebracht, wo die Tiere auf einen größeren LKW umgeladen werden. Dieser größere Tiertransporter fährt also verschiedene Plätze an, um zB Kälber und Kühe von verschiedenen Landwirten einzusammeln. Erst danach fährt der LKW zu zentralen Umschlagplätzen oder Märkten, wo die Tiere bei einer Art Versteigerung von Händlern gekauft werden. Oft werden diese Tiere im Anschluss an die Versteigerung zu weit entfernten Schlachthöfen transportiert. Also auch hier handelt es sich keinesfalls um 'Kurzstrecken-Transporte'!
Bei Langstrecken-Transporten kann mann/frau sich vorstellen, wieviel Stress die Tiere dabei aus-
halten müssen ! Hier ein paar Beispiele, welche langen Strecken die Tiere zurücklegen müssen:
  • Pferde werden von Weißrussland nach Sardinien zum Schlachten transportiert. Das sind ca. 2000 km reine Fahrtstrecke. Die Pferde sind somit rund 5 Tage unterwegs ...
  • Schafe werden von Spanien nach Griechenland verfrachtet. Sie sind 4 Tage unterwegs ...
  • Kälber kommen von Deutschland nach Spanien. Dauer der Fahrt: 25 Stunden ... Kälber werden aber auch von Polen nach Italien und anschließend weiter nach Spanien gekarrt ...
  • Zuchtrinder (früher Bullen) fahren per LKW und Schiff von Deutschland in den Libanon. Die Überfahrt ist 6 bis 8 Tage lang ...
  • Tiertransporte per Schiff finden regelmäßig von Australien nach Ägypten statt. Die Tiere sind rund 3 Wochen unterwegs ...
Es gibt zwar gesetzliche Bestimmungen zum Schutz der Tiere beim Transport, doch der Tierschutz ist dabei auf das Minimalste beschränkt ! Erst im Jänner 2007 (ab 05.01.2007) ist eine neue Tiertransport-Verordnung in Kraft getreten (Details siehe unter 'Infomaterial'). Doch anstatt die Fahrtzeiten der Tiertransporte zu kürzen, wurden diese auf 29 Stunden erhöht ! Wie lange vorher das Tier bereits auf dem LKW zugebracht hat, ist lt. dieser neuen Verordnung nun nicht mehr relevant, also egal.Es ist also erst nach 29 Stunden Fahrt eine 24-stündige Pause vorgeschrieben. Doch wer kann das schon kontrollieren ? Es gibt viel zu wenige Tiertransportkontrollen. Gerade jetzt gibt es wieder verstärkte Diskussionen in Österreich um mehr Tiertransport-Kontrolleure. Doch immer wieder sprechen sich einige PolitikerInnen gegen vermehrte Kontrollen aus. Aus welchen Gründen auch immer.8 Stunden Transportzeit werden als 'Kurztransport' bezeichnet. Erst ab 8 Stunden Fahrtzeit wird von einer "langen Beförderung" gesprochen. Damit Sie sich ein bisschen in die Lage der Tiere versetzen können: Sind Sie schon einmal 8 Stunden in einem durch im Auto gesessen. Im Auto, dass noch dazu gepolsterte, bequeme Sitze hat ...? Man mutet den Tieren wirklich Unfassbares zu.Kälber, Lämmer, Zickel, Fohlen, sowie nicht abgesetzte Ferkel (das sind alles Tier-Babies) müssen nach einer Beförderungsdauer von 9 Stunden (!) eine mindestens 1-stündige Pause erhalten. Doch danach kann die Beförderung wieder für weitere 9 Stunden fortgesetzt werden.Schweine können für eine maximale Dauer von 24 Stunden befördert werden. Dabei muss ständige Wasserversorgung gewährleistet sein, was aber oft nicht der Fall ist. Durch falsch montierte Getränkenippel beispielsweise. Außerdem wurden von Tierärzten schon Bewilligungen für 33 Stunden ausgestellt ...Hausequiden (Einhufer wie Pferde, Esel) können für 24 Stunden transportiert werden. Dabei müssen die Tiere alle 8 Stunden getränkt und gefüttert werden.Geflügel, Hauskaninchen und Hausvögel dürfen bis zu 12 Stunden dauernd befördert werden. Hier ist die Verlade- und Entladezeit nicht mit eingerechnet ...Küken aller Art dürfen bis zu 24 Stunden transportiert werden. Voraussetzung ist, dass der Transport innerhalb von 72 Stunden nach dem Schlüpfen stattfindet ...



Wieviel Platz haben die Tiere auf einem Tiertransporter?
- Viel zu wenig !

Das steht fest. Je nach Tierart dürfen Transporteure eine bis vier Ladeebenen beladen: Pferde einstöckig, Rinder zweistöckig, Schweine, Schafe und Kälber dreistöckig und Jungtiere wie Lämmer und Ferkel auch vierstöckig. Gesetzlich festgelegt ist die Anzahl der Tiere pro Abteil bzw. pro Quadratmeter.

Bei großen Transportfahrzeugen stehen Pferden zB zwischen 33 und 38 m² zur Verfügung – das sind zwischen 18 und 22 erwachsene Pferde. Die Ladefläche für erwachsene Rinder liegt bei 30 bis 35 Tieren, für Schweine bei ca. 150 , für Lämmer bei ca. 700 und für Schafe bei ca. 350 Tieren. Doch trotzdem ist eines der Hauptprobleme, dass die Tiere viel zu eng aufgeladen werden. Dabei haben die Tiere bereits von gesetzlicher Seite her schon sehr wenig Platz.


Gesetzlich vorgeschriebender Platz für ein Pferd beim Transport per Straße oder Bahn:
Ausgewachsenes Pferd                                      .......... 1,75 m²                  0,7 x 2,5 m
junge Pferde bei Beförderung bis 48 Stunden          1,20 m²                  0,6 x 2,0 m
junge Pferde bei Beförderung über 48 Stunden       2,40 m²                  1,2 x 2,0 m
Ponys (weniger als 144 cm)                                         1,00 m²                  0,6 x 1,8 m
Fohlen (0 bis 6 Monate)                                                 1,40 m²                  1,0 x 1,4 m

Rinder
haben auch nicht viel Platz:

Zuchtkälber (Gewicht ca. 55 kg)     ..............................0,30 bis 0,40 m²
Kälber – mittelschwer (Gewicht ca. 110 kg)              0,40 bis 0,70 m²     
Kälber – schwer (Gewicht ca. 200 kg)                        0,70 bis 0,95 m²     
Rinder – mittelgroß (Gewicht ca. 325 kg)                   0,95 bis 1,30 m²     
Rinder – ausgewachsen (Gewicht ca. 550 kg)         1,30 bis 1,60 m²     
Rinder – sehr groß (Gewicht über 700 kg)                 > 1,60 m²
und

Schafe auch nicht:

Schafe - geschoren (Gewicht weniger als 55 kg)                    0,20 bis 0,30 m²
Schafe - geschoren (Gewicht mehr als 55 kg)                      > 0,30 m²
Schafe – nicht geschoren (Gewicht weniger als 55 kg)           0,30 bis 0,40 m²
Schafe – nicht geschoren (Gewicht mehr als 55 kg)             > 0,40 m²
Hochträchtige Mutterschafe (Gewicht weniger als 55 kg)       0,40 bis 0,50 m²
Hochträchtige Mutterschafe (Gewicht mehr als 55 kg)         > 0,50 m²


Dieser "Platz" ist wenig. Viel zu wenig. Die Tiere können sich oft kaum rühren. Bei diesem "Platz" berühren sich zB Pferde Rücken mit Rücken. Dazu kommt noch, dass oft kleinere und größere Tiere gemeinsam transportiert werden und es hier häufig zu Verletzungen allein auf Grund des Größenunterschiedes kommt.




Werden die Tiere unterwegs genügend versorgt ?


Kontrollen staatlicher Stellen finden viel zu selten statt. Aus diesem Grund entladen und versorgen nur die verantwortungsbewussten Transporteure. Bei Langstrecken-Transporten müssen die Fahrzeuge über Futtervorrat verfügen und mit einem Tränkesystem ausgestattet sein. Immer wieder ist aber zu beobachten, dass die Tränkevorrichtungen von den Tieren nicht bedient werden können – zB wegen nicht artgerechter, falsch platzierter Tränkevorrichtungen oder zu wenige Tränken für die Anzahl der Tiere.




Gesetzliche Bestimmungen.


In der neuen Tiertransport-Verordnung steht: "...Niemand darf eine Tierbeförderung durchführen oder veranlassen, wenn den Tieren dabei Verletzungen oder unnötige Leiden zugefügt werden könnten...".

Weiters ist aus der Verordnung zu entnehmen, dass Tiertransport-LKW's, die ab dem 01.01.2007 erstmals zugelassen werden, mit einem Navigationssystem ausgestattet sein müssen und ab dem 01.01.2009 alle Tiertransport-LKW's. Die Aufzeichnungen sind mindestens 3 Jahre lang aufzubewahren und sind der Behörde auf Verlangen auszuhändigen. Auch ist Personal künftig zu schulen ...


Die Realität sieht aber anders aus. Seit langem prangern TierschützerInnen an, dass die Tiere große Qualen während der Transporte ertragen müssen - selbst wenn die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, leiden sie an Erschöpfung, Dehydrierung (Wasserverlust) und Stress. Dazu kommt, dass selbst diese niedrigen Gesetzesbestimmungen sehr oft aus Kostengründen missachtet werden.

Entgegen der Bestimmungen sind oftmals kranke und verletzte Tiere auf den Transportern, es sind mehr Tiere als erlaubt auf dem LKW, die vorgeschriebenen Versorgungsintervalle werden nicht eingehalten, usw.
Und es wird mehr weggeschaut, statt hingeschaut !Es gibt soviele Ausnahmen in der neuen Verordnung, dass unter bestimmten Bedingungen die Tiertransporte nahezu unbegrenzt verlängert werden können !



Gibt es denn keine Kontrollen ?


Auf dem Papier gibt es sie schon. In Kärnten wird jedenfalls genau kontrolliert. Doch was sind schon 5 Stunden pro Woche für die Kontrolle von Tiertransporten ? Das ist genau die Zeit, in der ein LKW kontrolliert werden kann, maximal 2.

Täglich fahren aber allein ca. 19 Langstrecken-Rindertransporte durch Österreich ...
In Niederösterreich gibt es so gut wie keine Tiertransport-Kontrollen.
Im Jahr 2006 waren als Budget EUR 4.300,00 für Tiertransport-Kontrollen veranschlagt ...
Im Jahr 2004 wurden sogar nur EUR 1.771,00 für Kontrollen solcher Art ausgegeben. Im Burgenland hingegen standen immerhin EUR 450.000,00 im Kontrollbudget ...


Um noch ein paar Zahlen zu nennen:
2003: In Österreich wurden insgesamt 3801 Tiertransport-Kontrollen durchgeführt – 349 davon wurden beanstandet ...
2004: In Österreich wurden insgesamt 4759 Tiertransport-Kontrollen durchgeführt. - 400 davon wurden beanstandet ...
(Quelle: Parlamentarische Anfragebeantwortung, BM für Verkehr, Innovation und Technologie. 3287/AB vom 8. September 2005)

PolitikerInnen sind aufgerufen, endlich verstärkte Tiertransport-Kontrollstellen zu installieren !



Warum finden Lebend-Tiertransporte in dem hohen Ausmaß überhaupt statt ?


Die Gründe, warum Lebend-Tiertransporte stark zugenommen haben, sind verschieden:
    • EU gewährt Agrarsubventionen.
      Die EU fördert die Agrarwirtschaft mit Geldmitteln (Subventionen). Das hat dazu geführt, dass Betriebe mit immer größeren Tierzahlen entstanden sind. Dadurch kommt es zu einer 'Überproduktion' von Tieren, die dann in Länder mit größerer Nachfrage transportiert werden.


    • Ausfuhrerstattungen (export refunds).
      Die EU gewährt für die Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse sogenannte "Ausfuhrerstattungen", die den Preisunterschied zwischen niedrigerem Weltmarkt und (künstlich hoch fixierten) EU-Binnenmarkt ausgleichen sollen. Diese Ausfuhrerstattungen werden aus dem Topf unserer Steuern bezahlt. Von 1989 bis Ende 2005 gab es so beispielsweise bis zu EUR 231,00 pro Schlachtrind zur "Entlastung des Rindfleischmarktes", wenn das Tier in ein Drittland (zB Libanon) befördert wurde. Ein furchtbares Video von Manfred Karremann, wo Rinder beim Verladen vom Schiff auf LKW gefilmt wurden, veranlasste die EU schließlich, dem gewaltgeladenem Irrsinn einen Riegel vorzuschieben. Die Rinder wurden am Hals mit einem Seil vom Schiff gehieft und dann aus großer Höhe in den LKW-Container fallen gelassen ...


    • Erlass von Importzöllen.
      Durch den offenen Warenverkehr – die fehlenden Importzölle - wird zB die Einfuhr von Kälbern in die EU wirtschaftlich gefördert. Das hat zur Folge, dass Kälber über weite Strecken importiert werden.


    • Spezialisierung und Industrialisierung in der Agrarwirtschaft.
      Die Industrialisierung macht vor den Tieren nicht halt. Sogenannte 'Nutztiere' werden als Sachen, als Waren, eben als Lebensmittel angesehen. So wie zB Autohersteller ihre Produktionsstätten in Billiglohnländer verlegen, so werden auch in der Agarwirtschaft Tierzucht und Tierhaltung (Mast) häufig in jene Regionen Europas verlagert, in denen die Futter- und Lohnkosten gering und die Tierschutz-Standards niedrig sind. Es werden zB nach Spanien Masttiere transportiert, wo Haltungsbedingungen erlaubt sind, die zB in Deutschland verboten sind.


    • Zentralisierung der Schlachtbetriebe.
      Immer mehr Großschlachthöfe entstehen, die mit EU-Geldern - also Geld von uns Steuerzahlern – gefördert werden. Diese großen Schlachtbetriebe locken mit günstigen Preisen, um ihre Kapazitäten auszulasten und dagegen können die kleineren regionalen Betriebe meist nicht konkurrieren. Fazit ist, dass immer mehr kleine Betriebe geschlossen werden und dadurch verlängern sich wiederum die Transportstrecken.


    • Das "Zurichten" des Schlachtkörpers.
      Auch das länderspezifische, traditionelle bzw. religiöse  Zerlegen eines Tieres wird gerne als Grund für die Notwendigkeit von Lebend-Tiertransporten genannt. Die Tiere sollen nach landeseigenen Riten geschlachtet werden.  Deshalb wurden 2003 aus Deutschland 96.722 Bullen in den Mittleren Osten verschifft, um dort 'landesüblich' geschlachtet werden zu können. Deshalb werden Kälber von Deutschland nach Spanien transportiert: damit die Tiere dort unter Haltungsbedingungen gemästet werden, die in Deutschland verboten sind - für das begehrte weiße Kalbfleisch. Und deshalb werden Pferde überwiegend lebend transportiert, weil in Importländern wie Frankreich und Italien die Verbraucher angeblich gekühltes Fleisch nicht akzeptieren.
Doch das wichtigste Argument ist und bleibt: Die Tiere werden dorthin transportiert, wo mit ihnen am meisten Geld verdient werden kann !

Das größte Problem ist eben, dass Tiere als "Sachen" betrachtet werden, somit in den 'freien Waren-verkehr' fallen und deshalb den 'Marktgesetzen' unterworfen sind. Will man zum Beispiel Zahlen über Lebend-Tiertransporte erfragen, muss man erst eine Warennummer angeben und danach erhält man die gewünschten Angaben in Stück oder Tonnen ...

Das Tier: behandelt wie leblose Ware. Angebot und Nachfrage, Einkaufspreis, Deckungsbeitrag und Gewinnspanne bestimmen das Leben der Tiere !




Es ist Zeit zu handeln !

Geredet wurde bereits genug ! Im Jahre 1968 wurde erstmals eine europaweite Gemeinschaftsrichtlinie für Tiertransporte unterzeichnet. In Österreich sind seit dem Beitritt zur EU im Jahre 1995 die Lebend-Tiertransporte über lange Strecken sprunghaft angestiegen.

Zu sagen (wie viele PolitikerInnen und Wirtschaftstreibende es tun), dass Lebend-Tiertransporte – besonders jene über lange Strecken – unbedingt notwendig sind, ist eine Farce. Mit fadenscheinigen, unwichtigen Argumenten wird versucht, Tierleid bei Tiertransporten zu rechtfertigen. Doch Tatsache ist: Solange Frächter und Exporteure Geld für Lebend-Tiertransporte  bekommen, solange wird es diese furchtbaren Tiertransporte geben !


Tiere dürfen nicht im Namen der Wirtschaft zu "Sachen" abgestempelt werden, nur weil es auf diese Weise für die Fleischindustrie und für die Globalisierung der Wirtschaft "einfacher zu handlen" ist !


Wir pochen darauf: Tiere sind Lebewesen und keine Ware ! Uns Menschen fehlt heutzutage der nötige Respekt vor den Tieren, in gleicher Weise, wie die Menschlichkeit allgemein in unseren westlichen Industrieländern immer mehr verarmt. Wir haben die Pflicht, diesen natürlichen Respekt vor unseren Mit-Lebewesen wiederzuerlangen und somit unserer Menschlichkeit Ausdruck zu verleihen ! Es liegt in den Händen von uns Menschen, die Dinge zum Besseren zu ändern.

Nichts ist unausweichlich notwendig. Wir haben Regeln und Gesetze gemacht und wir können diese auch wieder ändern.
Den Tieren, insbesondere den sogenannten "Nutztieren" in unseren Breiten – egal ob Rindern, Schweinen, Schafen, Pferden und Babies wie Kälber und Ferkel – werden Um- und Zustände zugemutet, die Foltermethoden aus dem Mittelalter gleichen: ungenügende bis katastrophale Versorgung während der Transporte, Transportzeiten, die viel zu lange sind – egal bei welchen Temperaturen, furchtbare Enge auf den LKW's.

Da Tiere als "Sachen" im freien Warenverkehr deklariert sind, wird ihnen automatisch Schmerzunempfindlichkeit zugeschrieben. Das Wort "Sache" suggeriert das.

Doch Tiere leben und sie schreien und sie sind verzweifelt - sind Sie schon einmal neben einem Tiertransporter an der Grenze oder im Stau gestanden ? Haben Sie einmal selbst miterlebt, wie laut zB Kälber oder Schafe um Hilfe schreien ? Was haben Sie dann gemacht ? Haben Sie beklommen weggeschaut oder haben Sie das Autoradio lauter gedreht oder haben Sie vielleicht sogar geweint ?

Mensch weiß instinktiv, dass es falsch ist, was wir den sogenannten "Nutztieren" antun. Die Tiere schreien um Hilfe, doch bis heute bleiben ihre Hilferufe ungehört ...


"Tierleben geht vor Geldregen !" – Das ist unser Motto. Mehr Menschlichkeit statt steigender Gewissenlosigkeit und wachsendem Egoismus ist gefragt.


Tiertransporte sind eine der größten Schanden unserer Konsumgesellschaft. Es ist nicht genug, dass Milliarden Tiere nach ihrer Geburt sofort der Mutter entrissen werden. Es ist nicht genug, dass diese Tiere in engsten, bewegungsunmöglichen und stinkendsten Verhältnissen dahinvegetieren müssen. Es ist nicht genug, dass diese Tiere ihr Leben hergeben müssen, um auf unseren Tellern zu landen. Nein, wir muten ihnen auch noch tausende Kilometer lange Transportzeiten zu ...

Wir sagen: Stoppt die Tiertransporte ! Ohne Kompromisse !


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Für den Inhalt verantwortlich:
"Die Tier-WeGe" 2011




 
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