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Hier die mit Autolack übersprühte große Wunde eines Fohlens ...

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Hier eine Mutter mit Kind ... Es scheint, sie verabschieden sich voneinander, bevor sie den Weg in den Schlachthof antreten müssen ...









Polen-Recherche: Unzählige Missstände auf Europas größten Pferdemarkt in Polen

Die Tier-WeGe machte erneut eine Recherche auf Europas größtem Pferdemarkt. Ziel dieser Reise war, dass nicht nur der Langstrecken-Tiertransport eine unvorstellbare Tierquälerei ist, sondern das Tierleid schon viel vorher beginnt ...

Ein kleiner Ausschnitt in Bildern vom vollkommen illegalen Pferdemarkt >>

Es ist uns bereits bekannt, dass u.a. ein Großteil der Langstrecken-Tiertransporte aus Polen, Tschechien, Rumänien und der Slowakei starten. Von diesen Ländern werden Tiere wie Schweine, Rinder, Schafe, Pferde, etc. billig gekauft, um sie dann für teures Geld nach Italien, Frankreich aber auch nach Österreich zu karren. Großteils sind die unzähligen Einzelschicksale für den Schlachthof bestimmt !

Deshalb starteten wir erneut eine Reise zu Europas größten Pferdemarkt, um uns ein weiteres Bild machen zu können, wie furchtbar Tiere schon lange vor den elendslangen Tiertransporten gequält werden !

Schon am Vortag des angesetzten Markttermins fanden sich unzählige Tiertransporte aus Ungarn, Slowenien, Deutschland, Italien, Polen, Holland, Tschechien und Slowakei auf dem Gelände ein. Das Erschreckende dabei waren die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt.

Die von weit her transportierten Pferde mussten die ganze Nacht dicht beladen, ohne Wasser, auf verschiedenen Transportern in der eisigen Kälte ausharren ! Bereits um 4.00 Uhr früh ging es dann mit der Entladung der Tiere los. Rausgetrieben bei völliger Dunkelheit - nur mit Taschenlampenlicht - und das mit Peitschen, Holz- und Eisenstangen über die absolut gesetzeswidrigen Rampen (wenn überhaupt welche am Lkw vorhanden waren), wurden diese Pferde rund um die Transporter angebunden und zur Schau gestellt.

Bei Tageslicht wurden dann diese kaum vorstellbaren Qualen - die bis dahin passiert waren - deutlich sichtbar: Striemen an Köpfen und Körpern, offene blutige Wunden an gebrochenen Beinen, weiße Stricke die sich fest im Fell einschnitten und sich so im Laufe des Tages blutrot färbten. Manche Tiere waren sogar an den Beinen zusammengebunden !

Über 1500 Pferde wurden allesamt gleich behandelt: Sie wurden geschlagen, getreten und durch Menschenmassen getrieben ! Schlussendlich ging niemand mit dem "wertlosen Schlachtvieh" zimperlich um. Dabei wurden unzählige Verstöße gegen Tierschutzgesetze gemacht:

Die Haltung vieler Tiere auf den Transportern war schockierend: Keinerlei Einstreu, Gerümpel am Boden sowie das gesetzlich vorgeschriebene Platzangebot für die Tiere wurde bei weitem nicht eingehalten. Die Tiere wurden mit allen möglichen Transportmitteln zum/vom Markt hin- bzw. weggebracht: In Kombis, Transporterbussen, kleinsten Autoanhängern mit Planen überdacht, usw.

Das Anbinden rund um die Transporter war vollkommen rücksichtslos: die Tiere waren viel zu kurz angebunden bzw. so knapp nebeneinander, dass sich die gestressten Tiere gegenseitig bissen. Zum Teil standen die Pferde ca. 20-30 cm tief im Schneeschlamm, ein Pferd direkt neben ohrenbetäubenden Lautsprechern, eine Gruppe von Pferden und Fohlen waren direkt neben einem qualmenden Lagerfeuer angebunden und standen somit den ganzen Tag über dem Rauch ausgesetzt.

Für keines der über 1500 Pferde gab es Wasser - ein überaus grober Verstoß gegen den Tierschutz, zumal diese Tiere aufgrund der Situation äußerst gestresst waren.

Die vielen Veletzungen der Tiere blieben alle unversorgt. Ein Fohlen verletzte sich so schwer am Bein, dass ununterbrochen aus einer weit aufklaffenden Wunde Blut rann. Ein Mann "versorgte" die Wunde mit einem silbernen Autolackspray - versprühte dabei die ganze Dose in und um die tiefe Wunde. Ziel war, dass durch die Verletzung kein "Preisverlust" entstand ...

Es war furchtbar, so viel Tierquälerei mitansehen zu müssen. Die Entladung, das Durchprügeln vieler Tiere durch zigtausende Schaulustige, das unbeschreiblich brutale Aufladen der Tiere auf die Schlachttransporter, die nun den Weg über tausende Kilometer antraten - wieder ohne Tränkesystem ...!

Natürlich schrieben wir uns als TierschützerInnen eine lange Liste an Missständen auf, um diese zur Anzeige zu bringen ! Doch auf den gesamten Markt mit den unzähligen Besuchern und den über 1500 Pferden war keine verantwortliche Behörde bwz. kein Tierarzt zu finden. Einen einzigen Polizisten trafen wir, als der Markt zu Ende ging. Er erzählte uns auf unsere Frage hin, dass in ca. 30 km Entfernung ein Tierarzt eine Praxis hätte ...!

Fakt ist: Polen ist ein Mitgliedsstaat der EU. Wir verlangen nun vehement, dass die EU endlich das Nichteinhalten der EU-Gesetze auch in Polen ahnden wird ! Wir halten euch am Laufenden, denn nun werden wir nicht länger zuschauen ...

Quelle: Die Tier-WeGe - 07.03.2010

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Für den Inhalt verantwortlich:
"Die Tier-WeGe" 2010




 
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