Nachdem wir einen Tiertransporter von der Polizei auf der A9 stoppen ließen, zeigte sich wieder, wie „tierfeindlich“ und trotzdem „legal“ diese Tiertransporte unterwegs sind.
Der Transporter kam aus Bayern und sein Ziel war ein Schlachtbetrieb in Wolfsberg. Dort werden ungefähr 10.000 Schweine pro Woche geschlachtet und somit gehört dieser Schlachthof zu den größten Unternehmen seiner Zunft in Österreich.
Die zwei Polizisten waren sehr engagiert. Sie zogen noch einen weiteren Polizisten hinzu, der sich als Experte im Bereich Tiertransporte herausstellte.
Er kontrollierte jede Etage genau und kam zum Ergebnis, dass die Schweine genug Platz haben, was auch mal positiv erwähnt werden soll. Als wir den Fahrer auf das Wasser ansprachen, drehte dieser die Leitung auf und heraus kam nur eine rostige, braune Brühe.
Nachdem ein Transport von Bayern in die Steiermark nur ca. 5 – 6 Stunden dauert, muss der Fahrer das Wasser laut Gesetz nicht aufdrehen. Erst ab einer Fahrtdauer von 8 Stunden ist es gesetzlich vorgeschrieben. Ob dies jedoch immer eingehalten wird, kann niemand sagen. Trotzdem finden wir, dass zumindest an heißen Tagen das Wasser auch für „kürzere“ Transporte den Tieren zur Verfügung stehen sollte.
Die Schweine zeigten außer Schrammen und Durst keine äußerlichen Verletzungen. Deshalb konnte der Fahrer die Fahrt fortsetzen. Er musste zwar noch eine Strafe zahlen, welche aber mit den Tieren an sich nichts zu tun hatte.
Erschreckend war auch die Tatsache, dass bei den Schweinen der Schwanz so kupiert war, dass nur mehr ein Stummel zu sehen war. In der Massentierhaltung werden, um Kannibalismus bei zu engen Haltungsbedingungen vorzubeugen, die Schwänze von Zuchtschweinen nach wenigen Lebenstagen ohne Narkose kupiert. Dies geschieht einfach durch das Abzwicken des Schwanzes mittels einer Zange. In verschiedenen Ländern der EU ist das inzwischen verboten und gilt als Tierquälerei.
Die Tier-WeGe - 01.10.2009