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In diesen Beuteln wurden Schlangen transportiert, Störche waren zu zweit in viel zu engen Boxen, unzählige Verstöße gegen den Tierschutz. Doch trotzdem durfte der Lkw seine Fahrt nach Rom fortsetzen !
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Polizisten der Landesverkehrsabteilung Steiermark stoppten einen aus Polen kommenden Tiertransporter in Mooskirchen, Stmk. Sie fanden Krokodile, fünf Boa Constrictors, Störche, Warane und Frösche. Veterinäre stellten gravierende Tierschutzmängel fest, auch dürfte der Tiertransport illegal unterwegs gewesen sein. Der Fahrer wurde angezeigt.
Die Polizei entdeckte bei der Kontrolle ein 'Sammelsurium' an exotischen Tieren. Das aus Warschau kommende Fahrzeug war nach Rom unterwegs und hatte insgesamt fünf Krokodile, 29 Störche, zehn Schlangen, neun Warane, drei Kakadus und 30 Frösche an Bord, so die Sicherheitsdirektion.
28 Tiere waren bereits tot
Laut Exekutive war die erlaubte Transportdauer schon erheblich überschritten - und zwar um 9 Stunden ! Die Störche wurden zudem zu zweit in Kisten transportiert, weshalb die Verletzungsgefahr groß war. Die Tränkung der Störche erfolgte mittels Kübel und Strick. 28 der 30 Frösche waren wegen der rohen Transportweise bereits tot - sie waren vertrocknet ! Die kleinen Warane fand man in Zeitungspapier eingewickelt in Plastikboxen vor, die kaum luftdurchlässig waren. Die Schlangen wurden einfach in Säcken transportiert. Kakadus waren ebenfalls in dem Lkw verladen - in viel zu kleinen Boxen. Es fehlte generell eine ausreichende Frischluftzufuhr.
Gravierende Tierschutzmängel ! Aber auch das Fahrzeug selbst war in einem desolaten Zustand. Einen Transport dieser Art habe man zum ersten Mal angehalten, so Wolfgang Teutschl von der Landesverkehrsabteilung.
Lenker durfte weiterfahren
Einige der Tiere fallen zwar unter das Washingtoner Artenschutzabkommen, aber der Lenker hatte die erforderlichen Genehmigungen zum Transport bei sich. Nachdem die Tiere getränkt und untersucht worden waren, durfte der Fahrer seinen Weg fortsetzen.
Tierarzt und Tiertransportinspektorin entschieden, die Tiere weiterfahren zu lassen: "Wir konnten keine gravierenden gesundheitlichen Probleme bei den Tieren feststellen. Außerdem hätte eine Fahrtunterbrechung und eine zwischenzeitliche Unterbringung bei den Tieren weiteren Stress erzeugt. Bis man sie in einem geeigneten Zoo mit Quarantänestation unterbringen hätte können, wären mehrere Stunden vergangen. Die restliche Fahrzeit an die obere Adria betrug etwa vier Stunden, das hätte also kaum einen Unterschied gemacht", so Evelyn Loibersböck von der Veterinärabteilung des Landes.
Außerdem greift laut Loibersböck das österreichische Tierschutzgesetz bei einem polnischen Transporter nicht. Man habe also keine Möglichkeit gehabt, die Verstöße zu ahnden. Also konnte der Transporter den Weg nach Italien fortsetzen.
Petra Kulmer von der Tier-WeGe dazu:
"Es ist einfach unglaublich, dass diese Tiere ihren Weg fortsetzen mussten ! Es waren bereits 28 Tiere tot, unserer Meinung nach mehr 'gesundheitliche Probleme' als genug. Dieser Tiertransport hätte auf jeden Fall abgeladen werden müssen, das steht für mich außer Frage. Ich glaube eher, dass mann/frau sich die Arbeit des Unterbringens der Tiere nicht antun wollte. Wieder einmal zeigt dieser Fall, dass es keine artgerechten Tiertransporte gibt. Dieser Lkw war ein 'Zufallstreffer'. Es ist ein unkontrollierbarer Fundus an Tiertransporten, die unterwegs sind und die allermeisten davon sind es illegalerweise ! Es ist ein Verbrechen, was wir den Tieren mit diesen Transporten antun. Diese Lebend-Tiertransporte über lange Distanzen gehören ein für allemal abgeschafft ! Das verlangen wir von unseren VolksvertreterInnen.
Quelle: orf.at, Kronenzeitung, Tier-WeGe - 22.06.2009
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