Ein weiteres Mal mussten TierschützerInnen der "Tier-WeGe" sowie engagierte Beamte der Verkehrsabteilung Graz
Horrorszenen bei einer Kontrolle eines tschechischen Schlachtrinder-Transporters miterleben.
Das Ziel dieses "Tierqual"-Transports war der Schlachthof Graz. Wieder ein stundenlanger Transport aus Tschechien nach Österreich, nur um dann nach der Schlachtung
als "österreichische Qualität" in den Kühlregalen unserer Supermärkte zu landen. Ein österreichischer Viehhändler war der Auftraggeber.
Beim ersten Kontrollpunkt der TierschützerInnen auf der A2 (Südautobahn) fiel der Tiertransporter schon wegen des extremen Gestanks nach Ammoniak auf.
Während der Fahrt hinter dem Transporter stellte sich nach Recherchen heraus, dass diese Firma im Vorjahr bereits zweimal in NÖ und Wien kontrolliert wurde, und bereits dort wegen schwerer Misstände aufgefallen war.
Die TierschützerInnen verständigten sofort die Polizei, die rasch zur Stelle war und den Rindertransporter bei der Raststätte Arnwiesen stoppte. Wie schon oft vorher, funktionierte die Zusammenarbeit und das rasche Handeln von Tierschutz- und Beamtenseite hervorragend.
Furchtbare Missstände waren im Inneren des Tiertransporters und wieder einmal unzählige Gesetzesverstöße:
1. Die "Fracht" waren 28 tschechische ausgewachsene Rinder. Der Boden war zentimeterdick mit Kot und Urin getränkt, Einstreu war nahezu keine vorhanden. Die Tiere waren also sichtlich bereits lange Zeit auf dem Lkw verladen worden. Kot und Urin rannen links und rechts aus dem Fahrzeug !
2. Die Hälfte der Tiere konnte nicht einmal aufrecht stehen, da die Raumhöhe des hydraulisch verstellbaren Mittelboden viel zu niedrig eingestellt war.
3. Ein Rind hatte eine gebrochene Hüfte und konnte überhaupt nicht stehen. Das Tier vegetierte voll Schmerzen im eigenen Kot dahin, während ein anderes Rind über ihm stand.
4.Das gebrochene Bein eines anderen Rindes erschütterte uns ebenfalls.
5. Eine weitere Kuh wurde von seinen Leidensgenossen so an die bzw. unter die Trennwand gedrückt, dass die Kuh zum Teil mit den Beinen unter die viel zu hoch befestigte Trennwand gerutscht war.
Diese von den Tiertransporteuren montierte Trennwand war ein enormer Risikofaktor für dieses Tier, da es beinahe keine Möglichkeit mehr hatte aufzustehen, ohne sich dabei schwer an den Beinen zu verletzen.
Mit viel Mühe gelang es dem herbei gerufenen Amtstierarzt schließlich trotzdem, das Tier aus dieser womöglich tödlichen "Falle" zu befreien.
6. Ebenso kam wieder einmal ans Tageslicht: Die Ruhezeiten wurden vom Fahrer falsch dokumentiert und bei Weitem überschritten ! Zusätzlich fehlte die europäische Kennzeichnungspflicht von Lebend-Tiertransporten am Fahrzeug .
7. Außerdem summierten sich mehrere verkehrstechnische Delikte.
Wegen der schweren Mängel die aufgedeckt wurden, musste der Fahrer eine hohe Geldstrafe bezahlen, die Tiertransportfirma wurde angezeigt.
Da der Tiertransporter nur noch wenige Kilometer vom Ziel entfernt war, wurden die teils schwer verletzten Tiere zum Schlachthof Graz gebracht, wo sie getötet werden.
Nikolaus Kulmer von der Tier-WeGe meint dazu:
"Nicht einmal die minimalen Gesetzesvorgaben werden von Tiertransporteuren eingehalten - sie werden wieder und wieder einfach missachtet. Unerklärlich ist für mich, dass ein österreichischer Viehhändler der Auftraggeber dieser katastrophalen Tiertransportfirma ist ! Bei dieser Tiertransport-Firma handelt es sich um einen mehrfachen Wiederholungstäter. Wie oft darf man Gesetze eigentlich brechen, bis man endlich zur Rechenschaft gezogen wird ?! Ich vermisse den Rückhalt durch politische Konsequenzen. Wahrscheinlich ist es eben für die involvierten bzw. zuständigen Leute nicht wichtig, ob Lebewesen unendlich leiden, es muss anscheinend nur die Kasse stimmen ! Wir sehen laufend so furchtbare Schicksale - vor allem von Schlachttieren, deren Leben gar nichts mehr zählt. Sie müssen leiden, damit Menschen ein 'österreichisches' Steak essen können ..."