Nahezu täglich werden in Österreich Tiertransporter angehalten, die Tiere unter
unvorstellbaren Bedingungen durch Europa karren. Am Montag riefen beherzte AktivistInnen des Tierschutzvereins "RespektTiere" den Kärntner Tiertransport-Kontrolleur Dr. Rabitsch zu Hilfe: Auf der
Autobahn bei Arnoldstein konnte so ein holländischer Lkw, der von Polen unterwegs nach
Griechenland war, angehalten werden. Die Ladung: 1800 Nerze in winzigen Käfigen - halb verhungert
und verdurstet!
Eine Streife eskortierte den Lkw zur "Südrast". Abteilungsinspektor Norbert
Rohseano von der Verkehrsabteilung, der auch für die Tiertransporte
zuständig ist: "Die Nerze wurden dort mit Wasser und Futter
versorgt. Einer war schon so geschwächt und musste eingeschläfert werden."
Tiertransport-Inspektor Dr. Alexander Rabitsch: "Dieses Jungtier war mit dem
Parvo-Virus infiziert. So werden Seuchen quer durch Europa verschleppt.
Falls die anderen Nerze nicht geimpft sind, verenden sie alle."
Der holländische Lenker musste insgesamt 3400 Euro Strafe zahlen. Rohseano: "Er hatte weder eine Transportzulassung noch einen Befähigungsnachweis."
Auch Tachoscheiben - der Lkw soll bereits 15 Stunden unterwegs gewesen sein - soll
der Holländer versteckt haben. Nachdem die Tiere versorgt worden waren,
durfte er die Fahrt nach Griechenland fortsetzen. Die Nerze kommen dort in
eine Farm - und enden als Pelzmäntel ...! Leiden und sterben für den Luxus !
Die kleinen Nerze, sie gehören zur Familie der Marder, werden wegen ihres
Pelzes in riesigen Farmen gezüchtet - was in Österreich mittlerweile verboten ist.
Tierschützer, darunter ja auch viele Prominente, treten dafür ein, auf
solche Pelze zu verzichten. Schon allein damit könnte viel Tierleid, wie
dieser Transport hier, künftig verhindert werden.
Bilanz der Experten: "Für 1800 Nerze, die von Polen nach Triest und mit der
Fähre weiter nach Griechenland befördert werden sollten, befand sich als
Futter am ganzen Lkw nur ein Apfel ...
Quelle: Diverse Tageszeitungen - 29.01.2008