Die beiden Tierrechtsvereine "VGT" (Verein gegen Tierfabriken) und "Tier-WeGe" haben heute erneut einen Tiertransporter von der Polizei kontrollieren lassen. Der Tiertransporter war uns aufgefallen, als er sich unmittelbar vor uns aus einem kleinen Parkplatz der A2 Südautobahn einreihte. Wir konnten Kälber beobachteten, die durstig zwischen den Gitterstäben herausleckten.
Sofort verständigten wir die Polizei und schließlich gegen 20:00 Uhr stoppten die Beamten der Hartberger Autobahnpolizei den Kälbertransporter bei einer Raststation. Insgesamt waren 208 männliche Kälber auf 3 Etagen auf einem polnischen Lkw geladen, der zu einem italienischen Mastbetrieb unterwegs war.
Die jungen, gerade mal 14 Tage alten Tiere schrien erbärmlich und sofort versammelten sich bestürzte PassantInnen rund um den Kälbertransporter. Ein Fernfahrer, der selbst Kühe zu Hause hat war so bestürzt, dass er die Tiere lange streichelte und schließlich meinte: "... wenn da alles passt, dann brauchen wir sowieso keine Gesetze mehr ...!"
Fakt war, dass alle 208 Kälber riesigen Durst hatten – sie schrien unentwegt, denn sie konnten die Tränkeanlage nicht bedienen. Auch hatten ein paar der Tiere eitrige Augen. Die Raumhöhen der drei Etagen war viel zu niedrig. Im dritten Stock des Tiertransporters mussten die Tiere teilweise sogar mit eingeknickten Füßen stehen ! Und so waren die Kälber bereits 13 Stunden in diesen Transporter gepfercht ! Ein Polizist veranlasste sofort, dass der Fahrer die 3. Etage höher stellte, sodass die Tiere zumindest ein bisschen mehr Platz hatten.
Die engagierten Beamten informierten umgehend den Amtstierarzt, der sofort zur Stelle war.
Der aufmerksame Amtstierarzt hätte die Kälber abladen lassen, wenn die Labestation nicht zu weit weg gewesen wäre. Auch dass die Tiere im Vergleich zur Abladeprozedur weniger Stunden unterwegs sein würden, hielt ihn schließlich von dieser Zwangsmaßnahme ab. Weitere Qualen sollten den geschundenen Tieren erspart bleiben ... Schließlich zahlten die Lenker des Tiertransporters Strafe und setzten gegen 22:00 Uhr ihre Fahrt Richtung Italien fort.
Dieser Kälbertransport ist ein weiteres Beispiel in der endlosen Reihe von Missständen bei Langstrecken-Tiertransporten. Die beiden Vereine VGT und Tier-WeGe haben es sich zum Ziel gesetzt, Lebendtiertransporte über lange Strecken vom Gesetz her verbieten zu lassen. Es würde alleine schon reichen, wenn die Exportfördergelder für diese Art der Transporte gestrichen werden würden. Die Zahl der kreuz und quer über den Kontinent gekarrten "Nutz"-Tiere würde rapide sinken!
Wir prangern an: Es KANN keine artgerechten Langstrecken-Lebendtiertransporte geben ! Das ist vollkommen unrealistisch ! So ist dieser Kälbertransport nur ein Beispiel, was beim Großteil der unzähligen Langstreckenfahrten mit Lebendtieren falsch läuft:
- Die Tiere sind durstig ! Meist funktioniert das Tränkesystem nicht bzw. die Tiere können es nicht bedienen. (In diesem Falle hatte es zum Glück nur ca. 20°C !)
- Die Fahrer dieser Lkw's müssen schnellstens von A nach B, denn "time is money" – das sagt ihr Chef !
- Die Lenker können niemals – auch wenn sie wollten – wirklich kontrollieren, ob alle Tiere genügend versorgt sind ! Und vor allem sind sie abgehärtet – sie ignorieren das Schreien der Tiere, für sie sind diese Tiere keine Lebewesen, sondern Ware, die es gilt von Hier nach Da zu bringen !
- Auch wenn noch so engagierte PolizistInnen und Amtstierärzte die Kontrolle durchführen. Wann lässt mann/frau die Tiere abladen ? Wann bedeutet es wirklich weniger Qualen für die Tiere ? Ist es noch mehr Stress und verlängert sich das Leid durch eine Zwangsabladung ?
Wir fordern daher:
- Langstrecken-Tiertransporte gehören verboten !
- Schafft die Exportförderungen für Tiertransporte ab - so könnte diese Tierquälerei raschest abgestellt werden !
Der Großteil der Bevölkerung fordert schon lange, dass diese Horrorfahrten endlich aufhören ! Einzig und allein die Gesetzgebung reagiert nicht. Die Lobby der Tierfrächter ist anscheinend zu groß und mächtig !
Doch WIR geben nicht eher auf, bis dieser Irrsinn endlich aufhört !!
Quelle: Tier-WeGe, VGT - 23.07.2008