Der Tiertransporter aus Polen war Richtung Italien unterwegs und wurde gegen 16:45 Uhr bei Gleisdorf (Bezirk Weiz) angehalten. Wie sich zeigte, waren 133 Kälber und 28 Mastrinder in drei Etagen auf dem Anhängerfahrzeug eingepfercht.
Bedingt durch die Raumhöhe war ein aufrechtes Stehen der größeren Tiere unmöglich. Die Tiere leckten und saugten an den Lkw-Wänden, weil sie sehr durstig waren ! Der Wassertank war sogar leer (!) und es wurde kein Futter - wie gesetzlich vorgeschrieben - mitgeführt.
Ein Ausdruck des Temperaturschreibers zeigte bis zu minus 30° Celsius (!) gefühlte Umgebungstemperatur in der Nacht an - bedingt durch den Fahrtwind. Deshalb waren die Lidbindehäute der Tiere bereits gerötet und der Augenausfluss als hochgradig einzustufen. Ein vorgeschriebenes Alarmsystem bei Erreichen der Mindesttemperatur von null Grad war nicht vorhanden, erklärte die Exekutive.
Manche der Kälber waren durch die Strapazen nicht mehr fähig zu stehen, sie waren hochgradig geschwächt und völlig apathisch. Eines der Kälber war erst 13 Tage alt ...
Die rund 160 Kälber und Rinder wurden in der Notversorgungsstelle Spielfeld abgeladen. Der Lenker des Lkw wurde angezeigt.
In einem Telefoninterview vom Krone Hit Radio sagte Petra Kulmer von der "Tier-WeGe": Es ist nach wie vor schrecklich, welche Strapazen den Tieren zugemutet werden ! Das viele Tierleid auf Europas Strassen wird durch die Fördergelder der EU noch dazu forciert ! Dieser Missstand muss endgültig sein Aus finden und dafür werden wir kämpfen !"
Quelle: Die Tier-WeGe, "Kronen Zeitung" - 16.01.2008