Aufmerksame AktivistInnen des Tierrechtsvereins „Die Tier-WeGe“ entdeckten um 15:30 Uhr auf der Südautobahn (A2) einen verdächtig wirkenden Tiertransporter. Sofort nahmen sie die Verfolgung ab Gleisdorf auf. Per Telefon informierten die Tierschützer die Exekutive, dass der Lkw verbotenerweise mit Kälbern unterwegs war, denn das Wochenend-Fahrverbot für Mast- und Zuchttiere war bereits in Kraft getreten.
Die Polizei stoppte den Kälber-Transporter schließlich auf Höhe Steinberg. Die „Fracht“: 177 polnische Kälber auf dem Weg nach Italien.
Bei der anschließenden Kontrolle kamen erschreckende Missstände ans Tageslicht. Neben fahrzeugtechnischen Mängeln wurden auch massive Tierschutz-Verletzungen aufgedeckt:
- Ca. ein Drittel der 177 Kälber waren zu jung und hätten nicht transportiert werden dürfen
(eines der Kälber war sogar erst 6 Tage alt, laut Gesetz ist der Transport aber unter 14 Tagen verboten).
- Die Kälber konnten das Tränkesystem nicht bedienen und brüllten vor Durst. Einige der Tiere waren bereits heiser vor Schreien. Die Tränkevorrichtung war nämlich nur für Schweine geeignet.
- Auch das Futter fehlte. Einer der Tiertransporteure zeigte einem Polizisten eine Schachtel Elektrolytpulver, dass angeblich als Futter dem Wasser beigemengt wurde. Der Polizist stellte rasch fest, dass dieser Futterersatz bereits 12 Jahre abgelaufen war !
Nach Eintreffen des Amtstierarztes Dr. Gruber (für Graz Umgebung zuständig) ordnete dieser die sofortige Abladung der erschöpften Tiere an. Die Kälber wurden zur Labestation Spielfeld gebracht, wo sie mit Futter und Wasser notverpflegt wurden.
Die Tiere, die transportfähig sind - d.h. die 14 Tage und älter sind - werden nach 24 Stunden Erholungspause weiter transportiert. Die zu jungen Tiere bleiben in Österreich und ihr Schicksal ist offen.
KUBISTA von der „Tier-WeGe“:
„Und nun wollen wir gegen diesen tagtäglichen Wahnsinn ein Zeichen setzen ! Wir wollen dem jüngsten Kalb ermöglichen, sein Leben zu leben. Wir suchen einen Platz, wo das Kuhbaby alt werden kann. Für die Kosten kommt selbstverständlich die „Tier-WeGe“ auf. Ich finde, dass das keinesfalls nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist sondern es beweist, dass Engagement Leben rettet !
Noch immer werden Millionen Tiere irrsinnigerweise quer durch Europa gekarrt. Viele Tiere werden während der Tausenden Kilometer langen Fahrten verletzt oder sterben. Sie müssen extreme Kälte und Hitze ertragen, werden nicht gesetzesmäßig getränkt und gefüttert und meistens wartet nur der Schlachthof auf die Tiere, wenn die Fahrt zu Ende ist.
Das alles passiert nur aus Profitgier ! Und diese Profitgier wird auch noch durch Fördergelder der EU unterstützt, die wir SteuerzahlerInnen zahlen !!!
Der Großteil der Bevölkerung ist schon lange gegen diese furchtbare Tierquälerei. Es wird höchste Zeit, dass die Politik den unnötigen Langstrecken-Tiertransporten einen Riegel vorschiebt!!“
KULMER von der „Tier-WeGe“:
„Wir waren sehr über das Engagement der Exekutive erfreut ! Die Polizisten Wolfgang Teutschl und Ferdinand Seibald reagierten rasch und vorbildlich. Denn derselbe Tiertransporter war bereits zu Mittag in Wien kontrolliert worden und dort durfte er weiterfahren ! Ich möchte mich im Namen der Tiere bei der Polizei bedanken !“
Quelle: Die Tier-WeGe - 09.02.2008