Erneut sorgen Enthüllungen über miserable Zustände auf Tiertransporten für Schlagzeilen. Immer mehr Organisationen und Politiker sprechen sich nun für ein Verbot der Ausfuhr lebender Schweine aus der EU aus.
Die schockierenden Bilder eines Schweinetransports nach Russland sorgen für Entsetzen. Gestern trafen sich Repräsentanten der Branche der Schweineexporteure und der Fuhrunternehmer. Sie verständigten sich darauf, einen richtungsweisenden Kodex dafür zu erarbeiten, wie Tiere künftig unter zumutbaren Verhältnissen befördert werden können. Bilder der entsetzlichen Zustände, wie sie die DR2-Dokumentation enthüllte, werden zudem an die Europa-Kommission geschickt.
Die dänische Landwirtschaft fordert eine EU-Regelung, so der Vorsitzende des Landwirtschaftsrates, Peter Gæmelke, da man sonst das Problem lediglich exportieren würde. Dyrenes Beskyttelse gibt nicht viel auf die Ankündigung des Landwirtschaftsrates, Tiertransporte aus der EU, die länger als 24 Stunden dauern, stoppen zu wollen: Die dänische Landwirtschaft würde nur etwa zehn Prozent dieser Transporte direkt kontrollieren; der größte Teil würde von freien Fuhrunternehmern wahrgenommen, die nicht dazu verpflichtet seien, Vereinbarungen, getroffen auf freiwilliger Basis, einzuhalten. Die Initiative des Rats würde daher nichts an den langen, für die Tiere qualvollen Transporten ädern, so die Tierschützer.
Dansk Folkeparti möchte nicht auf die EU warten und fordert einen sofortigen Eingriff. Der Branchenverband Danske Slagterier sieht nur in einem EU-Verbot einen Ausweg aus der Misere. Unterdessen hat Justizministerin Lene Espersen angekündigt, den Handlungsplan der EU-Kommission für einen verbesserten Tierschutz forcieren zu wollen.
Der Fuhrunternehmer, in dessen Regie besagter Schweinetransport stattgefunden hatte, erhielt ein dreiwöchiges Transportverbot und teilte gestern mit, dass er sein Geschäft schließen werde.
Quelle: Kopenhagen - 03.04.2007