Niki hörte die Meldung und konnte es kaum glauben. Sofort begann die Tier-WeGe zu mobilisieren. Darauf reagierten sofort verschiedenste
Tierschutzorganisationen, PolitikerInnen und Privatpersonen. Gleichzeitig machte sich eine Gruppe von TierschützerInnen auf den Weg nach Sölden, um den Tierversuch zu stoppen.
Die Proteste bei den Zuständigen war so enorm, dass zB der Gemeindeserver in Sölden zusammenbrach und das Mobiltelefonnetz für einige Stunden vollkommen überlastet war. Auch die Medien überschlugen sich nahezu über diese Tierquälerei. Diese heftigen Reaktionen und die Ankündigung, dass die TierschützerInnen bald in Vent eintreffen würden führten dazu, dass das Experiment bereits am Donnerstag Vormittag unterbrochen wurde.
Die TierschützerInnen machten den WissenschaftlerInnen gleich nach Eintreffen in Vent klar, dass sie nicht eher abreisen würden, bevor der Tierversuch endgültig gestoppt sei. Der Bürgermeister lud die TierschützerInnen am Freitag Vormittag zu sich ein, um die Lage zu besprechen. Bei diesem Gespräch wurde klar, dass der Bürgermeister der Meinung war, das diese Versuche Menschenleben retten könnten. Doch er berichtete gleichzeitig auch, dass das geplante Projekt bereits gestoppt wurde.
Doch die AktivistInnen trauten dieser Aussage natürlich nicht sofort und begannen ihren Spontan-Demozug durch Sölden. Die TierschützerInnen fanden enormen Zuspruch durch Applaudieren und Zuhupen. Sie klärten TouristInnen und BürgerInnen darüber auf, dass insgesamt 29 Schweine unter künstlichen Lawinen solange begraben würden, bis die Tiere erfrieren bzw. ersticken. Wie dieses Experiment Menschenleben in Zukunft retten sollte, war für niemanden nachvollziehbar und ist es unserer Meinung auch tatsächlich nicht ! Denn bei jedem Lawinenopfer kommen verschiedenste Faktoren und Komponenten zusammen, die über das Weiterleben oder Sterben des verschütteten Menschen entscheiden. Auch der Tourismusverband und die Bergrettung distanzierten sich von diesem Versuch.
Schlussendlich konnte das Leben von 19 Schweinen vorerst gerettet werden. Denn hier zeigt sich die Hartherzigkeit und der verletzte Stolz der WissenschaftlerInnen: Sie waren nicht bereit, dem Vorschlag der TierschützerInnen zu folgen und die Schweine auf Gnadenhöfen unterzubringen. Sie wollen sie unbedingt geschlachtet sehen ! Doch das wollen wir auf jeden Fall verhindern !
Niki Kulmer von der Tier-WeGe meint dazu:
"Als erstes stellten sich für mich drei Fragen: In welcher Zeit leben wir ? Welche Menschen bringen so etwas zustande ? Wozu ist das nötig, wenn wir soviele technologische Möglichkeiten haben ? In gewisser Weise ist die Kluft zwischen Mensch und Tier so riesengroß und doch werden tagtäglich Versuche an Tieren durchgeführt, um Aufschlüsse über die Wirkung bei Menschen zu erforschen.
Für mich sind alle Tierversuche unnötig, doch dieses Experiment war der Gipfel eines grausamen Eisberges ! Narkotisierte Schweine können doch nicht einmal annähernd die Paniksituation eines verschütteten Menschen simulieren, der dazu vielleicht auch noch schwerverletzt unter Schneemassen liegt. Fakt ist, die Wissenschaft muss endlich einsehen, dass mann/frau Menschen nicht unsterblich machen kann ! Es wird nie zu verhindern sein, dass solche unglücklichen Situationen bei Lawinenabgängen vermieden werden können.
Fraglich ist für mich hier, welche Art der Genehmigung die WissenschaftlerInnen für dieses Experiment gehabt haben, denn weder der Bürgermeister noch Beisitzende der Tierversuchskommission wurden vorher informiert. Dieser Tierversuch wurde von den 'Ärzten gegen Tierversuche' als "... besonders grausam ..." eingestuft, da Menschenleben dadurch in keinster Weise gerettet werden können.
Besser wäre das Geld angelegt, indem mann/frau beispielsweise die AlpinistInnen besser über die möglichen Gefahren schulen würde oder mehr Rettungsgeräte würden angeschafft. Auch die Bergrettung könnte noch besser unterstützt werden.
Schlussendlich gehört diese Tierquälerei unter wissenschaftlichem Deckmantel zerschlagen. Ich bin überwältigt vom Zusammenhalt und Engagement der Menschen in dieser Sache. Für mich ist es ein großer Etappenerfolg und nun heißt es, das Leben der 19 Schweine zu retten ...
Von ganzem Herzen DANKE !"