Ein paar Eindrücke der Kundgebung anlässlich des Besuchs von Dr. Wolfgang Schüssel in Weiz
Dr. Wolfgang Schüssel kam nicht an uns vorbei, ohne die Transparente zu sehen ! Am Mittwoch, den 16. April 2008, hielt Dr. Schüssel einen Vortrag über die EU und Globalisierung einen Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion. Das ganze wurde in der Wirtschaftskammer Weiz veranstaltet.
Die ÖVP setzt sich sehr für die Förderung von Riesen-Tierfabriken ein, obwohl eine solche Landwirtschaftspolitik sehr kurzsichtig und nicht zukunftsträchtig ist. So haben die Tier-WeGe, der Aktive Tierschutz Steiermark und der Verein gegen Tierfabriken diese Veranstaltung als Anlass genommen, sich gegen Massentierhaltung und Tierfabriken auszusprechen.
Die Tier-WeGe hat sich mit den beiden anderen Tierschutzvereinen zusammen geschlossen, um den Bau eines Riesen-Schweinestalls in Hofstätten a.d. Raab (Nähe Gleisdorf) zu verhindern. Und nicht nur wir TierrechtlerInnen sind gegen diese Tierquälerei, auch der Großteil der Bevölkerung will den Stall nicht. Doch trotzdem hat es den Anschein, als ob er gebaut werden würde. Über die Köpfe der BürgerInnen hinweg !
Die Kundgebung vor der Wirtschaftskammer Weiz war der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Aktivitäten rund um dieses Projekt.
Kubista von der Tier-WeGe diskutierte mit dem Altkanzler Schüssel über das Thema Massentierhaltung und schließlich appellierte Dr. Schüssel sogar an das Publikum, nicht soviel Fleisch zu essen ...
Petra Kulmer von der "Tier-WeGe" meint dazu:
"Es ist furchtbar, was da passiert ! Die Firma, die den Schweinestall bauen will ist eine GmbH mit drei Gesellschaftern, die nur den Profit vor Augen sehen. Ohne Rücksicht darauf, dass es bereits EU-weit eine Überproduktion von Schweinefleisch gibt und ohne Rücksicht, dass durch diese riesigen Tierfabriken die kleinbäuerliche Struktur zerstört wird. Das schnelle Geld auf dem Rücken der Tiere und der Menschen ! Dieser Weg ist logischerweise völlig falsch. Deshalb fordern wir mit dieser Demonstration Dr. Schüssel auf, seine Förder- und Landwirtschaftspolitik neu zu überdenken. Die KonsumentInnen fordern vermehrt Bio-Lebensmittel und trotzdem werden solche Megaställe subventioniert.
Wir drei Tierrechtsvereine sehen natürlich vorrangig, dass noch mehr Tiere – in diesem Fall Schweine – zu "Fleisch- oder Gebärmaschinen" degradiert werden sollen. Schweine sind höchst sensible Tiere, die komplexe soziale Kontakte pflegen und mindestens so intelligent wie Hunde sind. Es kann nicht sein, dass zu den bereits rund 3,0 Millionen Schweinen in Österreich noch mehr dazu kommen sollen. Das nämlich, wo es bereits eine Überproduktion an Schweinefleisch gibt !
Wir sehen natürlich aber auch die andere Seite: Die Verlierer sind an erster Stelle die Tiere, dann die kleinen Bauern, die AnrainerInnen und die Natur ! Es kann nicht sein, dass der schnelle Profit von drei Gesellschaftern wichtiger ist, als zB der Erhalt der kleinen Landwirte in der Region ! Denn eines ist klar: solche Tierfabriken sind vollautomatisiert und bringen keine Arbeitsplätze.
Wir sehen diese Demonstration als Auftakt zu unserer gemeinsamen Kampagne. Unser Ziel ist eindeutig: Wir verhindern diesen Bau !"
Rund 25 DemonstrantInnen forderten Rücksicht auf Tiere, Menschen und Natur. Viele vorbeifahrende und -gehende zeigten Solidarität mit unserem Anliegen. Wir wissen, die Menschen wachen mehr und mehr auf - höchste Zeit also auch für die Politik, zu reagieren ...!
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