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Kein Beifang: Gentests zeigen gezielte Jagd auf Wale

Forscher untersuchten in Südkorea verkauftes Walfleisch und sehen Beweise für unregulierten kommerziellen Walfang

London - Südkoreanische Fischer machen nach Ansicht eines internationalen Forscherteams illegal Jagd auf Wale. Die Wissenschafter stützen ihre Vorwürfe auf Gentests bei Walfleisch von südkoreanischen Märkten, wie das britische Magazin "New Scientist" berichtet. In Südkorea darf Walfleisch legal verkauft werden, wenn die Tiere versehentlich als so genannter Beifang in die Netzen gegangen und ertrunken sind. Diese Beifänge müssen aber an die Regierung gemeldet werden.

Den Gentests zufolge wurden von südkoreanischen Fischern zwischen 1999 und 2003 fast doppelt so viele Zwergwale getötet wie an die Regierung gemeldet. Die Forscher um Scott Baker von der Oregon State University in Newport (USA) kommen auf 827 Tiere, gemeldet worden seien aber nur 458. "Wir nehmen an, dass es sich tatsächlich um eine Form von unreguliertem kommerziellen Walfang handelt", sagte Baker dem "New Scientist". Die vom Fachjournal "Molecular Ecology" veröffentlichte Analyse wurde vom Internationalen Tierschutzfonds (IFAW) und der Umweltorganisation Greenpeace unterstützt.

Hintergrund
Da ein einzelner Zwergwal (Balaenoptera acurostrata) bis zu 75.000 Euro einbringen könne, sei die Versuchung für Fischer groß, die Meeressäuger absichtlich in die Netze zu locken, meinen die Forscher. Das könne die Zwergwalpopulation im japanischen Meer bedrohen.

Das Moratorium der Internationalen Walfangkommission IWC verbietet seit 1986 jede kommerzielle Jagd auf Wale. Island und Norwegen fühlen sich allerdings wegen eines formellen Einspruchs nicht an das Moratorium gebunden. Japan jagt zudem Wale zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken. Die Walfangkommission tagt Ende Mai im US-amerikanischen Anchorage.

Quelle: APA/dpa, "Der Standard" - 09.05.2007

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