Fasane sollten erst am Tag der Jagd aus den Volieren ausgewildert werden. TierschützerInnen zeigten die gesetzeswidrige Jagd an, die daraufhin abgebrochen wurde.
Am Samstag den 1. November erhielten TierschützerInnen - u.a. der Tier-WeGe - den anonymen Hinweis eines Beobachters, dem einen Tag vor der großangelegten Treibjagd im Gebiet um Schloss Dornhofen eine Voliere mit Fasanen aufgefallen war. Festegelegt im Jagdgesetzbuch hätten sämtliche Fasane bereits 4 Wochen zuvor ausgewildert werden müssen. Die Tiere werden in der Regel von Menschen gezüchtet um dann zum bloßen „Jagdvergnügen“ ausgesetzt zu werden. Mit der Frist von 4 Wochen hätten die Tiere wenigstens eine minimale Chance, sich mit dem Gelände vertraut zu machen und sich weiter zu zerstreuen um so der Flinte zu entgehen. Am 2.November, andem eine großangelegte Treibjagd in dem Gebiet um Kotzersdorf angemeldet war, überprüften die Tier-Wege Observer mit Tierschützern des VGT und der PeTA gemeinsam die Voliere, die tatsächlich wenige Stunden vor dem Abschuss freigelassen wurden. Die Tiere liefen orientierungslos und verunsichert im Gelände umher um noch am selben Tag von schießwütigen Jägern erschossen zu werden.
Die Polizei wurde verständigt, ein kompetenter Beamter nahm sich des Falles an und prüfte die Unrechtsmäßigkeit der Tat nach, um die laufende Treibjagd auflösen zu können.
Die Tierschützer vernahmen Schüsse und fuhren sofort zu dem Jagdgebiet um die Gesetzesverstöße der Jäger und Jägerinnen auf Video festzuhalten.
Bei einer Treibjagd patrouilliert eine Kette von Jägern, den sogenannten „Treibern“ durch ein Waldstück. Mit Schreien und Stampfen jagen sie sämtliche Lebewesen aus dem Unterholz auf eine Lichtung, direkt in die Schusslinie der Jäger, die dort auf ihren Abschuss lauern.
Geschossen wird mit Bleischrot, der sich bei 10 Metern Schuss auf 4m² zerstreut. Die hilflosen Tiere werden förmlich „durchsiebt“, manchmal auch nur angeschossen. Kann sich ein verletztes Tier vor dem Jäger und seinem Hund in Sicherheit bringen, stirbt es qualvoll an den Verletzungen oder einer Bleivergiftung. Die verschossenen Schrotkugeln bleiben in der Natur liegen, das Blei verseucht den Boden und alle Pflanzen die auf ihm wachsen.
Die Aufnahmen der Tierschützer zeigen klar:
- Ein Jäger schießt einem Fasan hinterher und richtet seine Schüsse genau auf eine Straße, auf der nur ein paar Meter entfernt unbeteiligte Passanten und Tierschützer stehen. Er gefährdet damit fahrlässig das Leben von Mitmenschen.
- Bei den getöteten Tieren finden sich neben Fasanen und Feldhasen auch geschützte Vogelarten und Tauben.
- Der Grundbesitzer der Fasanerie bestätigt, dass die Fasane erst vor kurzem freigelassen wurden.
Christine Teissl von der Tier-Wege meint dazu:
Die Jäger/innen haben keinerlei Respekt vor dem Leben oder der Umwelt. Durch künstliche, üppige Winterfütterungen vermehrt sich der Bestand der Wildtiere, der von den Waidmännern/frauen dann zum Vergnügen wieder abgeschossen wird. Die Jagd ist nicht notwendig, sie dient einzig und allein der Befriedigung des Jägers/der Jägerin. Die Brutalität mit der wunderbare, zarte Geschöpfe hingemetzelt werden, ist enorm. Die Respektlosigkeit gegenüber dem Leben und der Umwelt nimmt groteskte Formen an, während Dekandenz und Machtgier zur Höchstform auflaufen. Die Jagd ist in höchstem Maße destruktiv. Wer auch nur ein Fünkchen Respekt vor dem Leben hat, tötet nicht.
Die Tier-WeGe - 02.11.2008