Nairobi/Goma - Milizen im Osten der Demokratischen Republik Kongo bedrohen die letzten Flachlandgorillas des Virunga-Nationalparks, berichteten Tierschützer am Montag. Eine Gruppe von 200 Bewaffneten überfiel am Sonntag drei Posten des Kongolesischen Naturschutzinstituts (ICCN) in der Nähe der einzigartigen und streng bewachten Gorilla-Population. Dabei wurde ein Wildhüter getötet, drei wurden verletzt, Waffenlager und Vorräte geplündert, teilte ICCN-Direktor Norbert Mushenzi in Goma mit.
Die Angreifer gehörten nach Angaben von Mushenzi zu Dorfmilizen im Ostkongo, die außer Kontrolle geraten seien. Sie hätten gedroht, die letzten 20 Flachlandgorillas dort zu töten, sollten sie verfolgt werden. Wilderer und Rebellen haben seit Jänner fünf Wildhüter in Ostkongo ermordet. Sie bedrohten Waldelefanten, Nashörner, Schimpansen und Gorillas, sagte ein Vertreter der Organisation WildlifeDirect in Nairobi. Im Dezember schlachteten Milizen am Rande des Edwardsees Hunderte Flusspferde mit Maschinengewehren ab.
Der berühmte kenianische Paläontologe und Tierschützer Richard Leakey verurteilte den jüngsten Angriff. Mehr als 150 Ranger seien seit Ausbruch der Unruhen im Kongo vor zehn Jahren ums Leben gekommen. "Die Wildhüter brauchen dringend Hilfe", sagte Leakey am Montag in Nairobi. Leakey ist Vorsitzender der Organisation WildlifeDirect, die sich den Schutz der Wildtiere in Ostkongo zur Aufgabe gemacht hat.